Innovation, Kultur

Liberating Structures als Geheimwaffe für Workshops

Liberating Structures sind vereinfacht gesagt eine Sammlung von derzeit 33 (Mikro-) Methoden, die eine effektivere und zielorientiertere Zusammenarbeit fördern. In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt der Digitalisierung gibt es sehr viele „Wissensarbeiter“ – Tendenz steigend. Daher wird es immer wichtiger, eine organisationale Umwelt zu schaffen, die Kreativität und Teamarbeit fördert.

01.02.2021

 

HändeWARUM LIBERATING?

Die Strukturen stammen ursprünglich von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz. Sie fanden heraus, dass Menschen besser zusammenarbeiten, kreativere Ideen entstehen und die Produktivität steigt, wenn sie sich beim gesamten Arbeitsprozess einbezogen und beteiligt fühlen. In der Praxis hat sich diese Theorie so jedoch nicht bestätigt. Es lässt sich in vielen Organisationen beobachten, dass zu viel Freiheit oder zu viel Vorschrift zum Gegenteil führt. Das bedeutet: demotivierte Mitarbeiter, dysfunktionale Gruppen und verschwendetes Ideenpotential. Wie also diese inspirationsarme Arbeitsumgebung auflösen und zu einem Ort machen, an den Mitarbeiter gerne kommen? Mit Liberating Structures entsteht die Möglichkeit mit simplen Methoden auf effektivere Art und Weise zusammenzuarbeiten. Im Vergleich zu konventionellen Methoden, wie zum Beispiel Präsentationen, Statusreports oder geführten Diskussionen, stellen Liberating Structures sicher, jeden Teilnehmer gleichermaßen einzubeziehen, zu aktivieren und zu beteiligen. Anstelle sich auf Einzelne zu konzentrieren, geht es darum Wissen und Kreativität einer ganzen Gruppe anzuzapfen.

 

WARUM STRUCTURES?

Es stellt sich natürlich die Frage: Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite Liberating und auf der anderen Seite Structure? Befreiende Strukturen? Eine gewisse Struktur gibt uns gerade in unsicheren, unbekannten und komplexen Bereichen Sicherheit. So suggeriert uns ein immer gleichbleibender Aufbau den sicheren Rahmen, den wir für die Zusammenarbeit brauchen. Genau in dieser Kombination liegt für mich die Magie. Der Aufbau mit den gleichen Gestaltungselementen (im Folgenden dargestellt) macht den Zugang und die Verwendung sehr einfach.

So folgt die Liberating Structure Anatomie immer diesem Aufbau:

  • Einladender Titel

  • Klares Ziel

  • Icon

  • Schritte und Zeit

Je nach Anwendungsszenario  ist es ein individuelles Abwägen, die richtige Balance zwischen Struktur und improvisierter Spontanität zu finden. Innerhalb eines Workshops ist es sogar essentiell notwendig, um genügend Raum für die Ideenfindung zu lassen und zum anderen den Fortschritt in die richtige Richtung zu steuern.

 

LIBERATING STRUCTURES MEETUPs IM INNOVATION HUB DER CONPLEMENT AG

Vor Corona fanden mehrmals Meetups der Liberating Structure UserGroup Nürnberg im Innovation Hub der conplement AG statt. Innerhalb dieser Meetups finden sich Interessierte und Neugierige zusammen, die verschiedene Liberating Structures ausprobieren und sich über Erfahrungen austauschen möchten.
Die Nürnberger LS Community bespricht vor jedem Treffen gemeinsam die zu verprobenden Strukturen und wählt ein Thema aus. Ein Organisator bereitet das Event dann inhaltlich vor und passt es an ein Mini-Workshop Format an.

Beim letzten Meetup wählte die Community zum ersten Mal eine größere und komplexere Struktur aus. Der Dienstagabend stand ganz im Zeichen der Strukturen „Design Storyboard“, „9 Whys“ und „What, So What, Now What“. Dabei bildete das „Design Storyboard“ die Klammer für die drei anderen LS. Es zielt darauf ab, mittels des sogenannten Strings einen Workshop zu einem selbst gewählten Thema zu erarbeiten. Nachdem die Themenstellung klar war, fanden sich die Teilnehmer zu Gruppen zusammen und arbeiteten eigene Workshop-Ideen aus.

Zunächst verdeutlichten die Hosts des Abends den Sinn und Zweck des geplanten Workshops mithilfe der Liberating Structure „9 Whys“. Dabei fragen sich Paare gegenseitig bis zu neunmal systematisch „Warum“, um den ursprünglichen Sinn der Veranstaltung zu ergründen. Mit der LS „Design Storyboard“ hatten die Teilnehmer dann eine Vorlage an der Hand, um ihre eigenen Workshops zu strukturieren und zu planen. Dabei sollte immer im Hinterkopf bleiben, welche LS am besten für welchen Agendapunkt passt und wie sich sicherstellen lässt, dass jeder Teilnehmer von dem Termin profitiert. Um in ein effektives Debriefing zu gehen, haben die Organisatoren des Meetups die Struktur „What, So What, Now What“ empfohlen. Dabei geht es um die bewusste Trennung in drei Phasen die sich separat mit Beobachtungen, Ableitungen/Interpretationen und daraus resultierenden Handlungsempfehlungen beschäftigen. So lässt sich sicherstellen, dass eine persönliche Meinung die Ergebnisse eines Meetings nicht verzerrt oder verfälscht. Abschließend sammelten die Organisatoren das Feedback von allen Gruppen und hielten die verschiedensten Beobachtungen fest.

 

NOCH MEHR LIBERATING STRUCTURES BEIM NÄCHSTEN MEETUP

Ein Meetup ist eine tolle Gelegenheit, um neue Methoden kennenzulernen, zu testen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Als Digitalisierungspartner für verschiedene (Innovations-)Projekte aus dem Softwareumfeld ist das für die conplement AG essentiell. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die Arbeitsumgebung und unsere Zusammenarbeit stets so zu gestalten, dass unsere Mitarbeiter sich wohlfühlen und gerne dabei Mitgestalter sind.

Sie möchten selbst einmal die Innovation Hub Räumlichkeiten der conplement AG kennenlernen oder unseren Hub für Ihre Veranstaltung nutzen?

Hier können Sie sich einen Eindruck verschaffen. Wir freuen uns auf Sie!

 

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